Freudenberg Racing Team

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Team Freudenberg mit zwei Piloten am Sachsenring

Toni Finsterbusch erhält verspätet noch WildCard

Von Toni Börner.

Wie am Dienstagnachmittag bekannt wurde, kann der Bischofswerdaer Rennstall "Freudenberg Racing Team" am Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring am kommenden Wochenende gleich mit zwei Piloten an den Start gehen. Daniel Kartheininger (Boos) war ja schon lange bestätigt worden. Aber für den verletzten Marvin Fritz aus Neckarzimmern, rutschte nun Nachwuchs-Talent Toni Finsterbusch aus Krostitz auf einen der begehrten WildCard-Plätze nach.

Teamchef Michael Freudenberg war entzückt, als ihn die Nachricht erreichte. Auch wenn der erfahrene Teamchef weiß, was so ein Einsatz in der Motorrad-Weltmeisterschaft bedeutet. "Personell und materiell wird es natürlich ein höherer Aufwand werden", erklärte er der Sächsischen Zeitung. Aber da man schon viele Jahre Rennsporterfahrung habe, mit den Mechanikern ein eingespieltes Team sei und schon mehrfach an Grand Prix Rennen teilgenommen habe, sei man auch für diesjährigen Einsatz gewappnet.

Für die beiden Piloten Toni Finsterbusch und Daniel Kartheininger wird es die jeweils erste Teilnahme an einem WM-Rennen. Kartheininger konnte zuletzt in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in der Klasse bis 125ccm überzeugen und fuhr auf dem Sachsenring und auf dem Salzburgring jeweils als Dritter auf das Podest. "Und auch als er in dieser Saison stürzte, lag er immer auf Podiumskurs", erinnerte Freudenberg. "Wir haben jetzt keine großen Erwartungen an das Wochenende auf dem Sachsenring. Aber vom Material her und demnach, was Daniel in den letzten Rennen gezeigt hat, wären Punkte schon schön." Die gibt es im Motorradrennsport, anders als in der Formel 1, vom ersten bis zum 15. Rang. Allerdings werden an dem Rennen in der Achtelliterklasse bei Hohenstein-Ernstthal auch weit über 30 Piloten teilnehmen. Von daher sind Punktplatzierungen immer eine starke Leistung. Schließlich wird sich Kartheininger mit den besten der Welt messen und neben zum Beispiel Stefan Bradl, Jonas Folger und Sandro Cortese auf der Piste sein. Auch ein Treffen mit alten bekannten steht an. So hat die Nachwuchsschmiede von Michael Freudenberg bereits Dirk Heidolf und Dominique Aegerter in die Weltmeisterschaft gebracht. Ein ehemaliger Fahrer, Manuel Mickan aus Uhyst am Taucher, fuhr auch einige GPs für Freudenberg und ist nun Mechaniker vom Sohn des Ex-Vizeweltmeisters Helmut Bradl, Stefan Bradl.   Für Toni Finsterbusch, der erst Mitte Juni 16 Jahre alt geworden ist, steht "Lernen" ganz dick und fett auf dem Programm für das Wochenende. "Er ist das erste Jahr bei uns und fährt erst seine zweite IDM-Saison überhaupt", gab Freudenberg zu bedenken. "Er muss noch Erfahrung sammeln. Es wird auch sein erster WildCard-Einsatz und wir werden ihm helfen, wo es nur geht. Die Hauptsache ist, dass er die Zielflagge sieht. Und wenn er dabei nicht gerade Letzter wird, wäre das ein richtig gutes Ergebnis."

Zu bedenken gab Freudenberg auch, dass in der Weltmeisterschaft eine Renndistanz rund 100 Kilometer beträgt. Das sind rund 40 Kilometer mehr, als in der nationalen Meisterschaft. "Das fordert den Fahrer noch mehr als normal und der Sachsenring ist für den Piloten eh eine richtige Arbeitsstrecke", erklärte der Teamchef, dass auf der Piste in der Nähe von Chemnitz vor allem fahrerische Qualitäten zählen, da es viele enge und vor allem Mut-fordernde Kurven gibt.